Die Schüler des Profils Technik unter der Leitung von Herrn Kranzkowski planen im Corona-Jahr 2020 den Bau von CO²-Messgeräten. Diese sollen den Schülern und Lehrern der Möser-Realschule dabei helfen, die Lüftungssituation der unterschiedlichen Räume im Haus besser einschätzen zu können. So kann das Lüftungsverhalten in den einzelnen Räumen der jeweiligen Situation angepasst werden. Das kann dazu beitragen, das Infektionsrisiko in der Schule weiter zu verringern. Engin, einer der Schüler aus dem Technik-Kurs der Klasse 10, beschreibt den Zusammenhang mit Corona mit seinen Worten so:

Das Corona-Virus hält die Welt seit einiger Zeit in Atem und Stillstand. Plötzlich ist alles anders. Den Mindestabstand von 1,5m oder das Tragen einer Maske ist einer von wenigen neuen Maßnahmen, die das Zusammenleben miteinander ermöglichen, ohne eine Gefahr für andere Menschen zu sein.
Eine weitere Schutzmaßnahme ist das regelmäßige Lüften in z.B Klassenräumen, wo viele Personen in einem Raum sitzen und gemeinsam und sicher lernen wollen. Doch warum ist es sinnvoll, die Klassenräume im 20-5-20 Rhythmus zu lüften und was hat CO² mit dieser Situation zu tun?
Wo viele Menschen sind, wird viel geatmet. Das heißt auch gleichzeitig, dass viel CO² und Aerosole ausgeatmet werden. Durch die Aerosole von infizierten Menschen, können sich andere Personen unmittelbar in der Nähe anstecken. Deshalb ist es sinnvoll, den Mindestabstand von 1,5m und das Tragen einer Maske einzuhalten. Doch wozu das ganze Lüften in den Klassenräumen?
Durch das ständige ausatmen der Schülerinnen und Schüler steigt der ppm-Wert. Ab ungefähr 1000ppm wird die Luft als „verbraucht“ wahrgenommen. Durch das regelmäßige Durchlüften der Klassenräume kann man davon ausgehen, dass Ausgasungen, luftgetragene mikrobiologische Partikel und andere Krankheitserreger minimiert werden.
Basierend auf dem programmierbaren Mikrocontroller-Board "Arduino" sollen weitere Elektronik-Komponenten den Bau kleiner und handlicher Messgeräte ermöglichen.

Basierend auf dem programmierbaren Mikrocontroller-Board "Arduino" sollen weitere Elektronik-Komponenten den Bau kleiner und handlicher Messgeräte ermöglichen. Diese Messgeräte sollen den aktuellen Messwert anzeigen und ab einem einstellbaren Grenzwert auch akustisch zum Lüften aufrufen.

Inhaltlich werden die Schüler sich also mit vielen Dingen auseinandersetzen, die gleich mehrere Themen des Handlungsbereiches "Information und Kommunikation" aus den Curricularen Vorgaben für das Profilfach Technik abdecken. Neben dem spannenden und hochaktuellen Inhalt gelingt so auch eine hohe Vernetzung mehrerer Themenfelder miteinander:

  • digitale und analoge Schaltkreise ("Elektronik")
  • Mikrocontroller mit dem programmierbaren Arduino-Board ("Computereinsatz in automatisierten Prozessen")
  • Sensoren und Aktoren, Darstellung auf einem Display ("Steuern und Regeln")
  • Datenverarbeitung und die Arbeit BUS-Systemen ("Daten verarbeiten - digitale Schaltkreise")

Geplant ist auch die Einbindung des Profilkurses der Klasse 9 in das Projekt. Dessen Schüler haben sich gerade mit der Anfertigung technischer Zeichnungen beschäftigt und lernen nun den Umgang mit computergesteuerter Design-Software (CAD) kennen. Ein Ziel dieser Lerngruppe könnte es sein, Gehäuse für diese Geräte zu entwerfen und in einem weiteren Arbeitsschritt auch mit Hilfe der neuen schuleigenen 3d-Drucker zu produzieren. Diese Lerngruppe deckt dabei das Themenfeld "Planen, konstruieren und Herstellen" aus den Curricularen Vorgaben vollumfänglich ab. Quasi nebenbei lernen die Schüler beider Kurse die Bedeutung verbindlicher Absprachen (Anforderungen / Abmessungen / Möglichkeiten und Grenzen / ...) auch einander unbekannter Arbeitsteams kennen - ganz im Sinne der Berufsvorbereitung.

Es bestehen schon viele Ideen für weitere, inhaltlich ähnlich gelagerte Projekte für die Zukunft! Wir hoffen, dass dieses Projekt trotz möglicher Einschränkungen des Schulbetriebs gelingen kann!